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Wildkräuterführung im „hortus bios“ Großschönbrunn

Die Teilnehmerinnen, dritte v. re. Susanne Witt, re. Daniela Dotzler

„Herzlich willkommen in meinem Garten!“ Mit diesen Worten empfing die Heilpraktikerin Daniela Dotzler aus Großschönbrunn die Teilnehmerinnen der Kräuterführung. Da viele Kräuter in der eigenen Küche Verwendung finden, wächst das meiste in der Nähe des Hauses. Unter den Besuchern begrüßte sie auch ihre Parteifreundin Susanne Witt, die Direktkandidatin der ÖDP für den Bundestag. 

„Wir gärtnern unkontrolliert biologisch und haben uns mit Herzblut der Artenvielfalt verschrieben. Wir verzichten komplett auf Pestizide, Herbizide und chemische Dünger“ erklärte Daniela Dotzler den Zuhörerinnen. Susanne Witt begeisterte das sehr: „Gerade in Zeiten von Artensterben, Flächenversiegelung und Klimawandel gewinnt der Garten als ökologischer Lebensraum eine immer größere Bedeutung. Alle Gartenbesitzer, die ihr Fleckchen Erde so artenreich und naturnah anlegen, leisten daher einen wichtigen Beitrag für den Erhalt unserer Umwelt.“

Familie Dotzler hat die Artenvielfalt so entschlossen gefördert, dass die Kräuterführung nur von der Terrasse in den Garten führte. Allein auf der kurzen Strecke von 20 Metern wuchsen schon viele Wildkräuter. Es ging los mit Dost, unserem heimischen Oregano, den schon Hildegard von Bingen z.B. bei Beschwerden im Bereich der oberen Atemwege einsetzte. Dann folgte Salbei, den die Zuhörerinnen kannten, aber der Vorschlag, bei Beschwerden ein Blatt zu rollen und ins Nasenloch zu stecken, um die ätherischen Öle direkt an Ort und Stelle zu bringen, verblüffte alle. 

Zwei Schritte weiter wuchs Wermut, der mit seinem sehr bitteren Aroma zur Stärkung der Verdauung verwendet wird. Da viele pflanzliche Lebensmittel kaum mehr wichtige Bitterstoffe enthalten, empfahl Daniela Dotzler allen zum Wohle der Gesunderhaltung „täglich ein kleines Blättchen im Vorbeigehen zu naschen“.

Bei Verdauungsbeschwerden sowie Leber-Galle-Problemen kann Wermut wohltuende Dienste leisten.

Deutlich unscheinbarer war danach der Gundermann, den die Heilpraktikerin für schlecht heilende Wunden, vor allem bei Eiter, verwendet. Überraschendes gab sie dann zum Giersch zum Besten, den viele Hobbygärtner am liebsten ausrotten würden.  Daniela Dotzler erklärte, dass er ein echtes Superfood sei aufgrund seiner vielfältigen Inhaltsstoffe. Er wirkt entwässernd sowie verdauungsanregend und hilft bei der Entgiftung. In der Volksheilkunde wird er gegen Gicht und Rheuma eingesetzt. Bereits Hildegard von Bingen hielt große Stücke auf unseren grünen Eroberer, der auch in den Klostergärten kultiviert wurde. In ihrer Küche verwende sie ihn daher fast täglich anstelle von Petersilie. Auch in Smoothies mache er sich sehr nützlich. 

Einen Geheimtipp gegen Mehltau und Läuse gab es dann ganz nebenbei: Die Oxalsäure im Rhabarberblatt bekämpft diese Pilzerkrankung bei Pflanzen zuverlässig, und hält die Läuse fern. Hierzu wird eine Abkochung hergestellt und befallene Blätter und Pflanzen besprüht.  Auch über die Brennnessel berichtete die Heilpraktikerin erstaunliches: Frische Blätter als Salat oder Suppe, um im Frühjahr zu entschlacken. Tee aus getrockneten Blättern entwässert zuverlässig, die Nüsse der Samenstände wirken stärkend und enthalten Eisen, das zur Blutneubildung und für den Sauerstofftransport benötigt wird, daher verwendet Daniela Dotzler sie im Kräutersalz. 

Ausführliche Informationen über Arnika, Löwenzahn, Frauenmantel und Spitzwegerich, im neben dem eigenen Grundstück entstandenen „hortus bios“, bildeten den Abschluss der Wildkräuterführung. 

Die nächste Führung durch ihren Garten bietet Daniela Dotzler am Freitag, 16.07.21, um 10 Uhr an, dann werden z.B. Schafgarbe, Johanniskraut und Lindenblüten vorgestellt. Die Teilnehmerzahl ist begrenzt, daher ist eine Anmeldung unter Telefonnummer 09622/ 70 45 33 notwendig. Die Gebühr beträgt 10 Euro.