ÖDP-Kreisverband besucht ökologischen Vorzeigebetrieb

ÖDP-Kreisverband besucht ökologischen Vorzeigebetrieb

Amberg-Sulzbach. Der ÖDP-Kreisverband Amberg-Sulzbach war zu Gast bei einem Pionierbetrieb für ökologische Lebensmittelverarbeitung im Landkreis, der Biokäserei Wohlfahrt in Weißenberg. Senior-Chef Harald Wohlfahrt zeigte den zahlreich erschienenen Besuchern den Neubau seiner Käserei, die innerhalb der nächsten fünf Jahre ein Null-Energie-Betrieb werden soll. Möglich sei dies durch eine Photovoltaik-Anlage mit einer maximalen Leistung von 52 kw, eine Pelletheizung und die Verstromung der anfallenden Molke. Am Bau seien fast ausschließlich regionale Firmen aus der Oberpfalz und aus Oberfranken beteiligt gewesen. Als nächster Schritt auf dem Weg zur Energie-Autarkie und zur Vermeidung von umweltschädlichen Emissionen sei die Anschaffung eines Elektro-Milchwagens geplant. Die Käserei verarbeite derzeit 3000 Liter Milch von Kuh, Ziege und Schaf am Tag. Das neue Betriebsgebäude biete nun genügend Spielraum für eine allmähliche Steigerung auf eine Menge von 6000 Litern am Tag.

Das Beispiel der Käserei Wohlfahrt zeige, so der ÖDP-Landesvorsitzende Klaus Mrasek, wie ungerechtfertigt das derzeit in der Agrarpolitik übliche Verbraucher-Bashing sei. Der Erfolg dieser Hofkäserei über 30 Jahre hinweg beweise, dass es sehr wohl eine wachsende Nachfrage nach hochwertigen Biolebensmitteln gebe und dass Verbraucher keineswegs immer nur nach das Billigste einkauften.

Bedauerlich sei, dass auch CSU-Landrat Reisinger in die Verbraucherschelte des Bauernverbandes mit einstimme und laut Pressebericht jüngst pauschal behauptet habe, der Verbraucher „sei in keinster Weise bereit, höherpreisige, wertvolle, regional produzierte Lebensmittel zu kaufen, sondern greife doch lieber auf importierte Discounter-Billigware zurück.“

Die ÖDP sehe in Sachen Nachfrage nach Biolebensmitteln Staat und Kommunen in der Pflicht, in ihrem Bereich verstärkt Bioprodukte einzukaufen, so Kreisrat Alfons Lobinger. Gerade Reisinger selbst sei es aber, der einen ÖDP-Antrag auf Erhöhung des Anteils von Bio-Lebensmitteln in Einrichtungen des Landkreises auf 30% seit Juni 2019 auf  die lange Bank geschoben habe. Lobinger: „Hier hätte der Landkreis einmal Gelegenheit, mit gutem Beispiel voranzugehen, zumal man als Ökomodellregion quasi in der Pflicht steht.“ Diese Verschleppungstaktik sei umso unverständlicher, wenn man wisse, dass die Bayerische Staatsregierung bereits angekündigt habe, den Anteil von Bio-Lebensmitteln in staatlichen Einrichtungen innerhalb der nächsten 5 Jahre auf 50% erhöhen zu wollen.

Kreisrat Franz Kohl warf hier die Grundsatzfrage an die politischen Mitbewerber auf, ob sie bereit seien, dafür Sorge zu tragen, dass der Landkreis in seinen Einrichtungen höherpreisige, wertvolle und regional produzierte Lebensmittel verwendet oder nicht. Landrat Reisinger wolle offenbar seine CSU-Kreisräte vor einem Stimmenverlust durch eine klare Aussage zum Thema Biolebensmittel schützen und das Thema erst nach der Wahl auf die Tagesordnung bringen.

Klaus Mrasek wies in diesem Zusammenhang darauf hin, dass die Krise in der Landwirtschaft nicht durch das ÖDP-Volksbegehren für den Artenschutz ausgelöst worden sei, sondern die Folge einer verfehlten Agrarpolitik von CSU und Bauernverband sei, die auf industrielle Strukturen in der Landwirtschaft setzen: „Nach Auskunft der Landesanstalt für Landwirtschaft sank die Zahl der Betriebe in Bayern von 162.774 im Jahr 1995 auf 110.304 im Jahr 2014.“  Mit Biokäserei-Chef Harald Wohlfahrt waren sich die ÖDP-Politiker einig, dass einzig der Umstieg auf wertvolle, regional produzierte Biolebensmittel unseren bäuerlichen Familienbetrieben eine Zukunft eröffne.

FOTO: Das Foto stammt von Dr. Christian Schmid und zeigt die Besucher vor dem Hofladen der Biokäserei Wohlfahrt

 

 
 

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