Zur Hauptnavigation springen Zum Hauptinhalt springen

ÖDP: Straßen und Plätze mit problematischen Namensgebern mit kritischen Anmerkungen versehen

Amberg. Auch die ÖDP greift nun in die öffentliche Diskussion um die Umbenennung von Straßen und Plätzen in Amberg ein. Als erste Partei im Stadtrat stellte sie jetzt einen konkreten Antrag zu diesem Thema (vgl. Anhang).

Die Ökodemokraten sprechen sich dabei zunächst einmal für eine Überprüfung aller Namensgeber aus, um festzustellen welche davon „durch ihr Wirken eine Gesinnung zum Ausdruck brachten, die den Werten unseres Grundgesetzes zutiefst widerspricht“.

Diese Straßen und Plätze sollen dann nicht einfach umbenannt, sondern die zugehörigen sollen Straßenschilder durch kritische Anmerkungen ergänzt werden. Dabei denkt die ÖDP an Zusatzschilder oder QR-Codes. Auf diese Weise, so Stadtrat Josef Witt, könne deutlich gemacht werden, dass sich die Stadt Amberg heute „von diesen problematischen Persönlichkeiten und ihrem rassistischen bzw. menschenverachtenden Menschenbild“ distanziert.

Dieser Vorgehensweise gebühre grundsätzlich der Vorrang vor einer Umbenennung, weil dadurch problematische Aspekte der deutschen Geschichte im öffentlichen Bewusstsein gehalten werden, statt sie durch eine Umbenennung einfach unter den Tisch fallen zu lassen.

Beispielhaft zu nennen seien hier zwei Namen, die an die koloniale Vergangenheit Deutschlands erinnerten – der Lüderitzplatz und die Wissmannstraße.

Seit langem bekannt sei, dass Adolf Lüderitz – der Gründer der deutschen Kolonie Südwest-Afrika – das Volk der Nama im heutigen Namibia betrogen habe, als er 1883 einen Küstenstreifen von 20 Meilen Breite erwarb und hinterher behauptete, es handle sich um 20 deutsche Meilen und nicht um die ortsübliche Maßeinheit von 20 englischen Meilen. Der Unterschied machte über 100 km aus. Diese Vorgehensweise trug Lüderitz schon im 19. Jahrhundert den Spottnamen „Lügenfritz“ ein.

Der kaiserliche Offizier und Gouverneur von Deutsch-Ostafrika, Hermann von Wissmann, habe zwar den Sklavenhandel in Ostafrika beendet, aber 1889/90 den Aufstand der ostafrikanischen Küstenbevölkerung und 1895/96 einen weiteren Aufstand des Volkes der Hehe im heutigen Tansania mit brutalen Mitteln niedergeschlagen. Jüngere Forschungen hätten ergeben, dass er eroberte Ortschaften plündern und dann in Brand stecken sowie die Felder verwüsten ließ, um der rebellierenden Bevölkerung die Lebensgrundlage zu nehmen. In seiner Zeit als Gouverneur (1895/96) habe er Aufständische massenhaft hinrichten lassen.


Die ÖDP Amberg-Sulzbach verwendet Cookies, um diese Website Ihren Bedürfnissen anzupassen. Zu den Cookie-Nutzungsbestimmungen