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Analog passe?

Seit einem Jahr sorgen sich Eltern und Lehrkräfte wie selbstverständlich nicht mehr um mögliche Folgen einer digital geprägten Kindheit, sondern hauptsächlich um die möglichst umfassende Verfügbarkeit digitaler Technik. Sind jetzt alle Vorstellungen vom Wert einer "analogen Kindheit" Schnee von vorgestern, gründlich passe?

Freunde und Freundinnen analoger Erlebnisse müssen keine Feinde digitaler Medien sein. Es geht darum, Erfahrungen zu erhalten, zu denen digitale Techniken einfach nichts beitragen können: Das große Thema der Kindheit, sichere Bindung an vertrauenswürdige Menschen zu gewinnen, ist für das Lebensglück ebenso wichtig wie für den Lernerfolg. Unzählige Studien haben bewiesen, dass gerade Grundschulkinder nicht so sehr "für das Leben" lernen, auch nicht "für die Schule", sondern dass sie sich für ihre Lehrerin, für ihren Lehrer anstrengen! Ob das über Zoom gut genug funktioniert?

Ein zweites: Die Bewegung im Raum, das Begehen und Begreifen der Welt, die kreativ-freie Gestaltung von Dingen, das Erlebnis einer Person, die mit Mimik und Gestik nicht auf irgendetwas reagiert, sondern ganz gezielt auf mich - all dies ist für eine gute Entwicklung in der Kindheit unerlässlich.

Und wenn die Programme dann endlich perfekt funktionieren, wenn alles optimal auftritt, droht vielleicht eine ganz besondere Gefahr: Die Entmutigung des Kindes, das selbst nicht perfekt ist. Wer soll da noch selbstbewusst malen, formulieren und gestalten, wenn alle Impulse und Anregungen Perfektion ausstrahlen?

Es geht deshalb nicht um digital oder analog. Es geht darum, jeden neuen sinnvollen Digitalisierungsschritt in der Pädagogik mit sehr viel Leidenschaft für analoge Erfahrungsmöglichkeiten zu begleiten.


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