Zum 30. Jahrestag des Super-Gau von Tschernobyl

ÖDP reicht Fragen zum atomaren Katastrophenfall ein

Am Dienstag, 26. April, jährte sich die Reaktorkatstrophe von Tschernobyl zum 30. Mal. Wären die Behörden heute auf eine Atomkatastrophe im AKW Temelin oder im AKW Isar 2 Essenbach oder im AKW Gundremmingen vorbereitet?

Dazu haben die ÖDP-Stadträte in Amberg und die ÖDP-Kreistagsfraktion einen Fragenkatalog erarbeitet, der demnächst behandelt werden soll.

Die ÖDP-Vertreter Klaus Mrasek und Michael Birner wollen wissen, wie die Alarmierung der Bevölkerung bei Stromausfall erfolgt und wie in einem atomaren Katastrophenfall die Versorgung der Bevölkerung aufrechterhalten werden könne. Auch wenn ein genereller Schutz vor Verstrahlung nicht möglich sei, könne zumindest das Schilddrüsenkrebsrisiko durch rechtzeitige Einnahme von Jodidtabletten reduziert werden. So habe z. B. nach Tschernobyl  nur Polen konsequent reagiert und für alle Kinder und einen Großteil der Bevölkerung eine Jodblockade angeordnet. „Welche Vorräte gibt es bei uns und wie ist die Verteilung geregelt?“ fragen deshalb Mrasek und Birner.

Bei einer schweren atomaren Katastrophe könne man davon ausgehen, dass der Verkehr selbst noch innerhalb und außerhalb der Stadt Amberg und des Landkreises Amberg-Sulzbach zusammenbreche, möglicherweise auch die Stromversorgung. Die kreisfreie Stadt Amberg und der Landkreis Amberg-Sulzbach sind als örtliche Katastrophenschutzbehörde zuständig. Deshalb müsse man sich rechtzeitig auf solche Herausforderungen vorbereiten, so die ÖDP-Vertreter.

Wie soll die Bevölkerung, wie sollen vor allem unsere Kinder vor den Folgen des radioaktiven Fallouts geschützt werden? Wer bereitet dies flächendeckend vor? Haben die Einsatzeinheiten und Krankenhäuser genügend Strahlenmessgeräte? Werden fehlende Geräte durch die Stadt bzw. den Landkreis beschafft?

„Diese Fragen müssen endlich auf den Tisch und beantwortet werden. Das klingt zwar alles nach Horror-Szenario, aber die Gefahr ist real. Tschernobyl und Fukushima haben das gezeigt. Auch in Deutschland laufen noch mehrere Atomreaktoren,  im benachbarten Ausland vielleicht noch für Jahrzehnte. Wir dürfen das nicht einfach mit einer „Kopf in den Sand-Haltung“ achselzuckend hinnehmen“, fordern Mrasek und Birner als ÖDP-Vertreter.

Die Entfernung (Luftlinie) zu Amberg beträgt beim AKW Isar 2 103 Kilometer, beim AKW Gundremmingen 148 Kilometer und beim AKW Temelin 183 Kilometer.

30 Jahre nach Tschernobyl sei „eine Überprüfung des atomaren Katstrophenschutzes mehr als berechtigt“. „Wir müssen die Gefahren realistisch betrachten, um die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Und das kann letztendlich nur bedeuten: schneller aus der Atomkraft aussteigen als geplant!“, so Mrasek und Birner.


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