Quartiersgarage soll bleiben

Amberg. In der Diskussion um die Zukunft des Forum-Gebäudes und des Bürgerspital-Areals meldet sich nun auch der ÖDP-Stadtverband zu Wort. Der ÖDP-Vorstand spricht sich einstimmig dafür aus, an der geplanten Quartiersgarage auf dem Bürgerspitalgelände festzuhalten und dem Investor, der das Forum übernehmen möchte, anzubieten, seinen Stellplatzbedarf in der bislang wenig genutzten Bahnhofsgarage zu decken.
Wie ÖDP-Fraktionsvorsitzender Klaus Mrasek gegenüber seinen Vorstandskollegen erklärte, habe sich an den Gründen, die für den Bau einer Quartiersgarage und gegen eine öffentliche Tiefgarage auf dem ehemaligen Bürgerspitalareal sprechen, nichts geändert.
Die geplante Neubebauung des Bürgerspitalareals mit einer Mischung aus Geschäften, Dienstleistern und Seniorenwohnungen mache allein schon die Ausweisung von ca. 100 Stellplätzen in einer Tiefgarage erforderlich. Dieses Konzept wurde vom Stadtrat auf der Grundlage eines aufwendigen, qualifizierten Architektenwettbewerbs beschlossen, für den ca. 100.000 Euro ausgegeben wurden. Stadtplaner Fischer vom Architekturbüro Dömges, das mit der Planung der Wirtschaftsschule beauftragt ist, hat am 25. Juli 2011 im Stadtrat dringend vor dem Bau einer öffentlichen Tiefgarage gewarnt und auf die negativen Erfahrungen in anderen Städten verwiesen. Die Verkehrsbelastung würde sich durch häufigere Ein-und Ausfahrten in dem gesamten Gebiet zwischen Ziegelgasse, Kasernstraße und Spitalgraben im Vergleich zu einer Quartiersgarage massiv erhöhen und nicht funktionieren. Es bedürfe unter diesen Umständen auch keines von der CSU geforderten Verkehrs- und Immissionsgutachtens, um zu erkennen, dass der Bau einer öffentlichen Tiefgarage zu einer nicht hinnehmbaren Verkehrs-, Lärm- und Umweltbelastung mitten in der Altstadt führen würde. Dazu genüge schon der gesunde Menschenverstand. In der oben genannten Stadtratssitzung hatte OB Dandorfer zu Recht auf die Ausführungen von Dr. Leuninger von der Firma GMA verwiesen, welcher federführend die Einzelhandelsentwicklungskonzeption für Amberg erstellt hat. Laut OB Dandorfer habe Dr. Leuninger eine Quartiersgarage empfohlen und dieser Empfehlung haben auch die am Konzept beteiligten Institutionen wie IHK, Einzelhandelsverband, PWG, Gewerbebau und Stadtmarketing nicht widersprochen. OB Dandorfer hat sich ja bisher vielleicht deshalb wohlweislich in Zurückhaltung geübt. Dringend empfohlen hat der Gutachter aber die Modernisierung des Park-Leit-Systems. "Die ÖDP-Fraktion hat diese Empfehlung aufgegriffen und zu den Haushaltsverhandlungen 2012 einen Antrag zum Park-Leit-Systems formuliert, der in der Hauptausschusssitzung vom 08. Dezember 2011 einstimmig angenommen wurde. Leider fehlen bis jetzt konkrete Umsetzungsschritte", so Mrasek. Er erinnerte auch daran, dass rund um das Amberger Ei mehr als 3000 Parkplätze vorhanden sind, die eine fußläufige Erreichbarkeit des Marktplatzes innerhalb von maximal 7 bis 8 Minuten ermöglichen.
ÖDP-Stadtverbandsvorsitzender Gerhard Gottschalk  ergänzte die Aussagen von Mrasek um den Hinweis, dass sich die Attraktivität der Altstadt durch die Ansiedlung namhafter Einzelhandelsunternehmen wie H & M, C & A, Hugendubel etc. bewiesen habe. Ihm sei nicht bekannt, dass eine Ansiedlung an angeblich fehlenden Stellplätzen gescheitert wäre. Gottschalk stellte außerdem fest, dass die CSU in der Bauausschusssitzung vom 19. September dieses Jahres anlässlich der Sanierung des ehemaligen Jesuitenseminars den Bau weiterer Quartiersgaragen in der Altstadt gefordert habe, um die Parkproblematik für die Anwohner zu entschärfen und das Wohnen so attraktiver zu machen. Er frage sich unter diesen Umständen, warum die CSU nun plötzlich glaube, auf die ca. 90 Stellplätze für Altstadtbewohner, für die allesamt schon Reservierungsbekundungen vorliegen, verzichten zu können.
Stadtverbandssprecher Josef Witt, der die ÖDP auch im Bauausschuss vertritt, schlägt deshalb vor, den Bau der nach wie vor dringend benötigten Quartiersgarage auf dem Bürgerspitalgelände nicht weiter zu verzögern und damit auch den zügigen Ausbau der Wirtschaftsschule zu ermöglichen, die aus allen Nähten platze. Der Investor, der am Forumsgebäude interessiert ist, solle sich überlegen, ob er seinen Bedarf nicht durch einen Um- oder Neubau der Bahnhofstiefgarage decken könne. Auf diese Weise könnte auch die Akzeptanz der Bahnhofsgarage gesteigert werden, die bisher unter der engen Zufahrt und den beengten Platzverhältnissen leide und deshalb kaum angenommen werde. Deshalb sollte eine entsprechende Vereinbarung mit dem derzeitigen Eigentümer, der Stadtbau, möglich sein.  So könne eine Win-Win-Situation für den Investor und die Amberger geschaffen werden, von der beide Seiten profitieren würden.


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