22.05.2012

ÖDP unterstützt einwendungen gegen Temelin Ausbau

„Es ist unverantwortlich, daß Tschechien das ohnehin schon marode
Atomkraftwerk in Temelin noch weiter ausbauen will“, sagt
Vorsitzende der Amberg-Sulzbacher ÖDP Klaus Mrasek anläßlich der grenzüberschreitenden strategischen Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP). Während der UVP können Bürgerinnen und Bürger in den grenznahen Gebieten Einwendungen gegen den AKW-Ausbau in Temelin vorbringen. Die Frist läuft bis zum 18. Juni 2012.
„Es ist noch nicht einmal klar, welcher Reaktortyp gebaut wird. Deshalb ist
das vorliegende Gutachten eigentlich hinfällig“, erläutert Mrasek seine
Kritik. Er moniert, daß in den Gutachten kaum auf die Entsorgung des Mülls
eingegangen wird. „Die Autoren der Unterlagen verweisen lediglich auf Pläne,
die besagen, daß eine Tieflagerstätte nach 2065 in Betrieb genommen werden
soll. Wie die Atomabfälle in der Zwischenzeit sicher gelagert werden können,
bleibt rätselhaft“, so Mrasek.
Er argumentiert weiter, daß das Katastrophenszenario im Gutachten viel zu
lax behandelt wird: „Der Katastrophenplan sieht eine innere 5-km-Zone und
eine äußere 13-km-Zone vor, in der Schutzmaßnahmen getroffen würden. Die
Erfahrungen in Tschernobyl oder Fukushima machen deutlich, daß diese
Entfernungen viel zu gering sind und der Radius weiter ausgedehnt werden
muß. Somit wäre auch Deutschland betroffen“, so der ÖDP-Politiker.
Die ÖDP unterstützt deshalb die Aktion des Umweltinstituts München, bei der
von der Homepage aus direkt Einwendungen verschickt werden können!

„Nur zahlreicher Protest kann dazu beitragen, daß Tschechien von diesem
gefährlichen Vorhaben Abstand nimmt“, sagt Mrasek abschließend.