13.11.2014

ÖDP-Sprecher Witt fordert echte Wahlfreiheit zwischen G8 und G9

Amberg-Sulzbach. ÖDP-Sprecher Josef Witt, der selbst Gymnasiallehrer ist, setzte sich bei der Kreisvorstandssitzung seiner Partei in Sulzbach-Rosenberg mit den jüngsten Aussagen der CSU zur Debatte um das G8 auseinander. „Es ist ja erfreulich, wenn führende Vertreter der CSU wie der von Horst Seehofer entlassene ehemalige Landesminister Thomas Goppel mittlerweile eingesehen haben, dass es ein Fehler war‚ ‚den Bürgern ein Modell aus München überzustülpen’. Der Mann spricht offensichtlich aus Erfahrung, denn Goppel war als Wissenschaftsminister im Kabinett Stoiber an der überstürzten Einführung des G8 im Jahre 2003 ja selbst beteiligt.

Leider ist aber keineswegs garantiert, dass die Einführung der ‚Mittelstufe Plus’ eine tatsächliche Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 bedeuten wird. Erfolg kann dieses Modell nur haben, wenn der Elternwille respektiert wird, und nicht, wenn Lehrer oder Schulleiter entscheiden, wer das Gymnasium in acht oder in neun Jahren absolvieren soll.

Die bisherigen Versuche der CSU, ihr vermurkstes G8 durch halbgare Reförmchen zu reparieren, sind jedenfalls alle gescheitert. Das jüngst eingeführte ‚Flexijahr’ etwa, das leistungsschwächeren Schülern die Absolvierung einer Jahrgangsstufe in zwei Jahren ermöglichen sollte, ist bislang von Schülern und Eltern schlicht boykottiert worden.

Wer Gymnasiasten wirklich zutraut, dass sie selbst entscheiden können, welches der beste Bildungsweg für sie ist, der muss sich für die Wiedereinführung der Leistungskurse stark machen, die es in vielen anderen Bundesländern nach wie vor gibt. Unabhängig von der Frage der Schuldauer bieten sie den Schülern ein Stück Selbstbestimmung, die ihnen die CSU in Bayern nicht mehr zutraut, und sorgen für ein hohes fachliches Niveau, das im G8 nicht mehr zu erreichen ist,“ so Witt.