28.11.2014

ÖDP-Sprecher Witt: Auch „Mittelstufe plus“ wird die Debatte um das G8 nicht verstummen lassen.

Die „Mittelstufe plus“ soll Schülerinnen und Schülern ab dem Schuljahr 2015/16 wieder die Möglichkeit geben, das Gymnasium in 9 statt in 8 Jahren zu absolvieren. Wie aber jetzt bekannt wurde, plant das Kultusministerium keineswegs, Schülern und Eltern eine Wahlfreiheit zwischen G8 und G9 zuzugestehen. Das Kultusministerium plant, höchstens 25% eines Jahrgangs für das neunjährige Gymnasium zuzulassen, auch wenn Kultusminister Spaenle (CSU) dies gegenüber der Öffentlichkeit noch bestreitet. Hintergrund dafür sind offensichtlich finanzielle Überlegungen. Wenn mehr als 25% der Gymnasiasten sich für das G9, das offiziell als „Mittelstufe plus“ firmiert, entscheiden, werden die Kosten für ein zweigleisiges Gymnasium explodieren.

ÖDP-Sprecher Josef Witt, der selbst an einem Gymnasium unterrichtet, kommentiert die CSU-Pläne folgendermaßen:

„Erfolg kann die ‚Mittelstufe Plus’ nur haben, wenn der Elternwille respektiert wird, und nicht, wenn Lehrer oder Schulleiter entscheiden, wer das Gymnasium in acht oder in neun Jahren absolvieren soll. Die bisherigen Versuche der CSU, ihr vermurkstes G8 durch halbgare Reförmchen zu reparieren, sind jedenfalls alle gescheitert. Das jüngst eingeführte ‚Flexijahr’ etwa, das leistungsschwächeren Schülern die Absolvierung einer Jahrgangsstufe in zwei Jahren ermöglichen sollte, ist bislang von Schülern und Eltern schlicht boykottiert worden.

Wer Gymnasiasten wirklich zutraut, dass sie selbst entscheiden können, welches der beste Bildungsweg für sie ist, der muss sich für die Wiedereinführung der Leistungskurse stark machen, die es in vielen anderen Bundesländern nach wie vor gibt. Unabhängig von der Frage der Schuldauer bieten sie den Schülern ein Stück Selbstbestimmung, die ihnen die CSU in Bayern nicht mehr zutraut, und sorgen für ein hohes fachliches Niveau, das im G8 nicht mehr zu erreichen ist,“ so Witt.