26.07.2017

ÖDP-Kreistagsfraktion kritsiert unterschiedliche Standards beim Internetausbau

Amberg-Sulzbach. Die ÖDP-Kreistagsfraktion hat sich zu einer Sitzung in Vilseck getroffen. Zusammen mit dem Vorsitzenden des ÖDP-Kreisverbandes, Klaus Mrasek, beschäftigten sich die Kreisräte mit dem Umbau der Berufsschule in Sulzbach-Rosenberg sowie ausführlicher mit dem Breitbandausbau in Amberg und im Landkreis.
Die ÖDP-Mandatsträger kritisierten, dass der von der Staatsregierung versprochene Ausbau des schnellen Internets in der aktuellen Form im Landkreis nicht zukunftsweisend ist. Obwohl jetzt die Chance für ein schnelles Glasfasernetz für viele Haushalte im Landkreis gegeben ist und der Ausbau des Glasfasernetzes mit Steuergeldern gefördert wird, erhalten viele Landkreisbewohner nur Datenübertragungsraten bis zu 30 oder 50 Mbit/s. Nach Ansicht von Kreisrat Michael Birner ist diese Geschwindigkeit nicht zukunftsfähig, denn mit Glasfaser werden schon jetzt Geschwindigkeiten von bis zu 200 Mbit/s erreicht. Doch die Telekom setzt weiter auf Kupferkabel und der meist teurere Bau von Glasfaserleitungen bis ins Haus unterbleibt weitestgehend, so Kreisrat Dr. Christian Schmid. Zukunftsweisende Gigabitgeschwindigkeit wird der ländlichen Bevölkerung meistens nicht geboten, fügte Kreisrat Alfons Lobinger an. Wie ungerecht der Ausbau erfolgt und wie ungleich die Bürger behandelt werden, zeigt sich gerade am Breitbandausbau in Vilseck. Das kann sich jeder auf den Internetseiten der Stadt Vilseck ansehen, so Kreisrat Franz Kohl. Während Ortsteile wie z.B. Sollnes und Hohenzant mit bis zu 200 Mbit/s eine schnelle Internetanbindung mit Glasfaser bis ins Haus erhalten, gibt es für manche Ortsteile nur Geschwindigkeiten bis zu 30 Mbit/s. Andere Ortsteile erhalten gar kein schnelles Internet. „Bei uns in Gressenwöhr wurde sogar der Gehsteig aufgegraben, Glasfaser erhalten wir trotzdem nicht ins Haus, sondern nur Glasfaser bis zum Verteilerkasten und ab da geht’s über Kupferleitungen zu den Bürgern ins Haus“, informierte Kreisrat Kohl weiter. Während manche Bürger den Glasfaserhausanschluss für 599 Euro erhalten, sollen andere Einwohner der Großgemeinde dafür laut Auskunft der Stadt und der Telekom  8.000 bis 10.000 Euro zahlen. Franz Kohl: „Es kann nicht sein, dass der Einsatz von Steuergeldern zu einer derartig unterschiedlichen Behandlung der einzelnen Bürger führt. Mit der Schaffung von gleichwertigen Lebensverhältnissen hat das jedenfalls nichts zu tun!“ Klaus Mrasek verwies darauf, dass in der Stadt Amberg mit Glasfaseranschlüssen in den Wohnungen schnelles Internet mit bis zu 200 Mbit/s teilweise kostenfrei geschaffen wurde.