Fair Trade Towns - eine Möglichkeit auch für Städte im Landkreis!

Im Gasthof Bayerischer Hof in Sulzbach-Rosenberg lud der ÖDP Kreisverband Amberg-Sulzbach am Freitag zu seinem traditionellen Neujahrestreffen.Landes- und Kreisvorsitzender Klaus Mrasek freute sich, eine große Zahl interessierter Ökodemokraten begrüßen zu dürfen. In seinen kurzen einführenden Worten ging Mrasek auf den Rücktritt von Bundespräsident Wulff ein. "Ein längst überfälliger Schritt." Was jetzt folgen müsse wäre endlich eine stringentere Regelung auch für Politiker. Man müsse ja nur das längst geltende Verbot der Vorteilsnahme wie es für Beamte und Richter gelte auf Politiker anwenden, so lautete sein konkreter Vorschlag.Als besonderer Gast konnte der Regensburger Stadtrat Benedikt Suttner begrüßt werden, der sich in seiner Heimatstadt für das Projekt "Fair Trade Towns" engagiert. In einen mit mehreren Videos aufgelockerten Vortrag zeigte er Möglichkeiten auf, wie auch in Amberg oder in den Gemeinden des Landkreises Amberg-Sulzbach dieser Weg gelingen könnte. Unter den knapp 60 deutschen Städten, die dieses Projekt schon umsetzen, befindet sich auch die oberpfälzer Stadt Neumarkt. Ziel der Kampagne ist es, wirtschaftliches Handeln mit sozialen und ökologischen Aspekten zu vereinen. Auf die Bedeutung des Fairen Handels, insbesondere für die Lebensbedingungen der Arbeiter/innen in den Erzeugerländern, wies der jüngste Regensburger Stadtrat immer wieder hin: "Fairer Handel geht jeden etwas an. Mit jedem Einkauf haben Sie es in der Hand", so Suttners Appell.Ein Schlüssel liegt in der Bewerbung als "Fair Trade Town". Hierfür muss die Gemeinde fünf Kriterien erfüllen. Erstens bedarf es einer Steuerungsgruppe aus Mitgliedern unterschiedlichster gesellschaftlicher Gruppierungen plus eines Ansprechpartners in der Verwaltung. In Regensburg haben sich Vertreter des Einzelhandels, der kirchlichen Verbände, der Gastronomie, der lokalen Lebensmittelhersteller und der politischen Parteien zur Mitarbeit bereit erklärt. Zweitens müssen in Geschäften und gastronomischen Betrieben Waren aus fairem Handel im Sortiment auftauchen. Drittens sind öffentliche Einrichtungen zu nennen, die derartige Produkte verwenden. Viertens sollte die Medienlandschaft für das Thema aufgeschlossen sein und zuletzt ist ein Ratsbeschluss erforderlich, in dem festgestellt wird, dass die genannten Voraussetzungen erfüllt sind und sich die Gemeinde um die Zertifizierung als "Fair Trade Town" bewirbt.Auch öffentliche kommunale Vergabepraxis gehört auf den Prüfstand.Suttner verwies darauf, dass es allerdings mit der Ernennung zur Fair Trade Town für die Kommune nicht getan ist. Vielmehr sieht er darin erst den Auftakt für ein Umdenken im Bereich der öffentlichen Auftragsvergabe. Schließlich stammen Baumaterialien, Textilien, Blumen, Computer usw. oft aus Ländern mit niedrigstem Lohnniveau, sklavischen Arbeitsbedingungen und minimalen Umweltstandards. "Will eine Stadt Fair Trade Town werden, so muss sie sich auch ihrer Verantwortung bewusst sein. Und eine kritische Öffentlichkeit sollte darauf achten, dass es nicht alleine bei einem schönen Urkundenverleihungsfoto mit dem Oberbürgermeister bleibt", so der Appell des Referenten an die Zuhörer. Durch die Änderung der Vergabeordnung sei es nun auch möglich, auf entsprechende Standards schon in der Ausschreibung für öffentliche Projekte wert zu legen. In der anschließenden Diskussion konnte Suttner auf Fragen aus dem Publikum eine Vielzahl praktischer Beispiele und weiterer Informationsmöglichkeiten benennen. Die anwesenden ÖDP-Mandatsträger zeigten sich von dem vorgestellten Konzept überzeugt: "Das Konzept Fair Trade Town bietet die Chance, unser Motto `Global denken, lokal handeln´ vor Ort umzusetzen."


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