Scherz komm raus, Du bist umzingelt...

Pünktlich zum 1. April kam das Ende der Milchquote und niemand ruft: „April, April!“. Nein, es ist kein Aprilscherz, sondern Realität. Und jetzt? Die Milchquote wurde eingeführt, um Butterberge und Milchseen zu verringern und um die Erzeugerpreise für Milch zu stabilisieren. Zumindest letzteres ging grandios in die Hose. Seit Einführung der Quote gab es massive Preisschwankungen, z.T. bis unter die Erzeugerkosten, die Zahl der Milchbetriebe in Deutschland ging um knapp 80% zurück, das bedeutet, dass rund 300.000 Bauern aufgegeben mussten. Die Milchquote hat deshalb nicht funktioniert, weil völlig unabhängig von der Marktlage die Quote immer wieder erhöht wurde. Mit der Folge, dass steigende Milchpreise, von denen die Bauern profitiert hätten, verhindert wurden. Jetzt ist die Quote weg und die überlebenden Bauern müssen in einen noch härteren Existenzkampf einsteigen. Denn den Milchpreis regelt ab sofort der Markt. Dass kleine, bäuerlich arbeitende Betriebe und Betriebe in ungünstigeren Lagen dabei das Nachsehen haben werden, interessiert niemanden. Dass das Bundeskartellamt ein „starkes Marktmachtgefälle zu Ungunsten der Milchviehhalter“ festgestellt hat, interessiert ebenfalls niemanden. Und dass die Produktion von Milch eben nicht mit der Herstellung von Autos gleichzusetzen ist, da immer noch Kühe, also Lebewesen, beteiligt sind, interessiert erst recht niemanden. Die Bauern werden also nicht in den April geschickt, sondern auf dem Altar der marktradikalen Wachstumsfetischisten geopfert.


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