Meine Naivität,

meine mindere Begabung in politischen Dingen lässt mich wahrscheinlich die Komplexität des Welthandels und die Gefahren, die ihm drohen, geistig nicht durchdringen. Da erheben die USA nun Zölle auf Waren aus China und als Reaktion geschieht das Gleiche auch andersherum. Die Furcht geht um, es könnte zu einem Krieg kommen, einem Handelskrieg. Die Aktienkurse beginnen zu flattern – zumal sich die gegenseitigen Zoll-Erhebungen auszudehnen drohen – nicht zuletzt auch auf die EU. Und ich einfach gestrickter Kerl verstehe nicht, was da auf uns zukommt. Ich weiß nur, dass inzwischen sogar die wirtschaftsfreundlichen, weil von ihr abhängigen, CSU-Politiker keine Gelegenheit auslassen, wenn es darum geht, regionale Vermarktung, kurze Wege, bewusstes Einkaufen beim Nachbarn zu protegieren. Warum sollte, was bei Gemüse und Fleisch gut ist, nicht auch für andere Waren gelten? Warum ist es gut, wenn wir amerikanisches Bier trinken, der Chinese deutsches und der Ami solches aus China? Aus welchem Grund sollen wir Chrysler fahren, die Amis BMW und die Chinesen Mercedes? Der einzige Grund, der dafürspricht, ist doch, dass somit auch die Transportwirtschaft noch Gewinne erzielen kann. Aber gerade die möchte doch die so hoch gelobte regionale Wirtschaft vermeiden. Das schulden wir dem Klima und den Menschen, die an Straßen, Schienen und am Meer wohnen, wo sie die Verbrennungsrückstände des Schweröls der Frachtschiffe atmen. Aber wahrscheinlich bin ich einfach zu naiv.


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